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„Spielend Lernen in Familie und Stadtteil“
Nürnberger Integrationsprogramm

Die Idee
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Was ist neu
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Im Spiegel der Medien

   
 

Es gibt in Nürnberg innerhalb der Stadtverwaltung wie auch bei freien Trägern, Einrichtungen, Initiativen und Vereinen eine Fülle von ver­schiedenen Inte­grationsmaßnahmen und ein breites Erfahrungs­wissen der jeweiligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die Maßnah­men werden von den unterschiedlichen Trägern meist zent­ral ent­wickelt, gesteuert und verwaltet. Umgesetzt werden diese Integrati­onsange­bote vor Ort, in den jeweiligen Stadtteilen, in den einzelnen Kinderta­gesstätten, Schulen, sozialen und kulturellen Ein­richtungen oder in Vereinen.
Oft aber wissen die einzelnen Einrichtungen zu wenig vonein­ander und von den jeweiligen Integrationsbemühungen der Nachbarein­richtung. Und die Bürgerinnen und Bürger erfahren vielleicht nur zufäl­lig von für sie wichtigen Angeboten.
Das soll sich ändern.

   
  Die Idee für das Projekt „Spielend Lernen“

Daher hat die von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly einberufene ge­samtstäd­tische Koordinierungsgruppe Integration das Mo­dellprojekt „Spielend Lernen in Familie und Stadtteil“ in Absprache mit dem Bundes­amt zur Anerkennung ausländischer Flüchtlinge entwickelt. Es wen­det sich an sozial benachteiligte Familien, vorwiegend mit Migrations­hintergrund, mit Kindern im Alter von 0 bis 11 Jahren.
Von Mitte 2004 bis Mitte 2007 wird dieses Projekt vom Bundes­amt zur Anerkennung ausländischer Flüchtlinge finanziell ge­fördert.
Modellstadtteile sind Langwasser und St. Leon­hard/Schweinau, zwei Stadtteile in denen eine vergleichsweise hohe Zahl an Mitbürgern Aussiedler oder Aus­länder sind.
„ Modellstadtteil“ bedeutet, dass die Stadt Nürnberg in den kommen­den drei Jahren in diesen beiden Stadtteilen Erfahrungen machen will, die dann auch für andere Stadtteile und Städte genutzt werden kön­nen.

 

 

Was gibt es bereits?

Eine kleine Auswahl in Nürnberg erprobter Förderprogramme:

  • Opstapje: Spiel- und Lernprogramm für Mütter und ihre 2- 4-jährigen Kinder (Arbeiterwohlfahrt)
  • Hippy: Spiel- und Lernprogramm für Eltern und ihre 4 – 6-jähri­gen Kinder (Arbeiterwohlfahrt)
  • SpiKi: „Sprachförderung in Kindertagesstätten“ mit vier Praxispro­jekten (Jugendamt der Stadt Nürnberg)
    1. Projekt „Schultüte“: Mama und ich – spielend in die Schule: Kurs zur Vorbereitung auf die Einschulung für Vorschulkinder und ihre Eltern im Kindergarten
    2. „Phono-logisch – Hand in Hand“: Training zur phonologischen (sprachlichen) Bewusstheit für Vorschul­kinder im Kindergarten
    3. „Lesefreunde in Kindertagesstätten“: Ehrenamtliche lesen re­gelmäßig mit einer Kleingruppe des Kinder­gar­tens oder –horts
    4. „Mama lernt Deutsch im Kindergarten“: Deutsch-Grundkurse für Mütter bzw. Eltern in der Schule ihres Kindes
  • „Die Hexe Susi“: Trainingsprogramm für phonologische Fähigkei­ten von Kindern vor der Einschulung und im ersten Schuljahr ( Amt für Volks- und Förderschulen)
  • „Mama lernt Deutsch“ in der Schule: Deutschkurse für Mütter in der Schule ihres Kindes (Amt für Volks- und Förderschulen)
  • „Deutsch 40“: Förderunterricht für Vorschulkinder (Staatliches Schulamt)

Es gibt noch viel, viel mehr. Zum Beispiel integra­tive Angebote in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, in den Kulturläden und in den Stadtteilbibliotheken oder Erfahrungen und Projekte in anderen Stadtteilen, die übertragen werden könnten.

   
  Und was ist jetzt neu am Projekt „Spielend Lernen“?

1.Das Projekt „Spielend Lernen in Familie und Stadtteil „denkt“ vom Stadtteil aus: Integration findet im nahen Lebensumfeld statt; dort, wo Men­schen ver­schiedener Herkunft täglich zusam­menleben; dort, wo Familien Kon­takte haben zu ihrem Kinder­garten, zu ihrer Grund­schule, zu ihrem Verein.

2.Das Projekt „Spielend Lernen in Familie und Stadtteil“ setzt auf Prävention. Das Programm orientiert sich an den Lebenslagen der Familien, d.h. es will zu den Zeiten unterstützen, wo Verän­derungen zu bewältigen sind. Solche Veränderungen sind:

  • „ Familie werden“: die Geburt eines Kindes
  • Übergang des Kindes von der Familie in den Kindergarten
  • Übergang des Kindes vom Kindergarten in die Grund­schule
  • Übergang des Kindes von der Grundschule in eine weiterfüh­rende Schule

3.Die Arbeiterwohlfahrt entwickelt derzeit ein Frühförderprogramm für Kin­der von 0 bis 3 Jahren aus sozial benachteiligten Fami­lien. Dieses wird Anfang 2005 in den beiden Stadtteilen ange­boten und erprobt.

4.In Zusammenarbeit mit Microsoft Deutschland wird mit Kindertagesstätten das Sprachkompetenzförderungsprogramm „Schlaumäuse" für Kinder im Vorschulalter durchgeführt

5.Zu den Übergängen vom Kindergarten in die Schule und von der Grund- in die weiterführende Schule werden von den Stadtteil­koordinatorinnen Arbeitsgruppen mit Erzie­herInnen und Leh­rerInnen gebildet werden, die stadtteilbezogen Hilfen und Förder­maßnahmen entwickeln und diese umsetzen.

6.Stadtteilkoordinatorinnen werden als „Integrationslotsen“ arbei­ten. Sie werden wissen, welche Einrichtungen im Stadtteil wel­che Angebote be­reits umsetzen, welche sie umsetzen wollen und welche Unterstützung sie dabei brauchen. Sie werden ge­samtstädtische Programme in die einzelnen Einrichtungen im Stadtteil vermitteln.

   
 

Die Ziele des Projekts „Spielend Lernen“ im Überblick:

  • Das Projekt „Spielend Lernen“ wirkt präventiv.
    Die Arbeiterwohlfahrt entwickelt ein Hausbesuchsprogramm zur Frühförderung von 0 bis 3-jährigen Kindern aus sozial benachtei­ligten Familien, vorwiegend mit Migrationshintergrund.
  • Die Einrichtungen in den Stadtteilen arbeiten vernetzt.
    Die Stadtteilein­rich­tungen unterschiedlicher Träger sollen von­ein­ander und ih­ren jeweiligen Integrationsangeboten wissen und darüber in regelmäßi­gem Erfahrungsaustausch stehen.
  • Die Integrationsangebote in den Stadtteilen sind verkettet.
    Bestehende Programme sollen verstärkt in den beiden Stadttei­len eingesetzt werden. Sie bauen lebenslagenorientiert aufein­ander auf.
  • Eltern und Nachbarn setzen sich aktiv für ihren Stadtteil ein
    Ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement soll von den Stadtteileinrichtungen unterstützt und gefördert werden.
  • Die MitarbeiterInnen vor Ort sind interkulturell kompetent.
    Gemeinsam mit städtischen und freien Trägern sollen interkultu­relle Schulungen in den beiden Stadtteilen intensiviert werden.
  • Das Projekt „Spielend Lernen“ wirkt nachhaltig.
    Das „europäische forum für migrationsstudien“ an der Universität Bamberg wird das Projekt wissenschaftlich begleiten und evalu­ieren. Dabei sind auch die Mithilfe und Beobachtungen der MitarbeiterInnen vor Ort wichtig.
   
 

Kontakt:

Gesamtkoordination: Bündnis für Familie, Martina Haag, Tel.: 231-7695
Stadtteilkoordination Langwasser, ASD, Michaela Schremser, Tel.: 231-3669
Stadtteilkoordination St. Leonhard/Schweinau, KuF, Renate Popp, Tel.: 231-7407

   
 

Pressestimmen

Nürnberger Nachrichten vom 24.9.05: Zentren für Familien - Modellprojekt "Spielend Lernen" will Kinder früh fördern (.pdf)

Nürnberger Zeitung vom 28.2.05: Neues Trainingsprogramm nach amerikanischem Muster
Nürnberger Nachrichten vom 26.2.05: Eltern sind wichtige Lehrer für die Kinder